Wie du die Unruhegeister in deinem Verstand bändigst

Wir wollen uns wohlfühlen, glücklich sein und das Leben entspannt genießen. Und die Dinge tun, die uns wirklich am Herzen liegen. Und hin und wieder genug gelingt uns das auch – zumindest für eine Weile.Aber irgendwie schaffen wir es doch immer wieder, im Strudel des täglichen Lebens unterzugehen.

Und spätestens dann, wenn wieder mal gar nichts mehr klappt, Beziehungen in die Brüche und Projekte in die Hose gehen und wir vor lauter Anstrengung aus dem letzten Loch pfeifen, dann sind wir wieder so weit, dass wir Gott und die Welt verfluchen.

Was ist da los?

Wie kommt es, dass wir uns eine Zeitlang pudelwohl fühlen und alles gelingt, bis wir dann wieder ins nächste Loch stürzen? Irgendwie scheinen wir die Dinge nicht so richtig unter Kontrolle zu haben, oder?

Dieses Hin und Her im Leben nenne ich den Tanz der Dämonen. Und mit Dämonen meine ich nicht irgendwelche grauenvollen Ungeheuer, die dir den Rücken raufkriechen, sondern gewisse Eigenschaften und Überzeugungen in dir, die du gar nicht gerne sehen willst und daher in die dunkelsten Ecken deines Bewusstseins verbannt hast.

Wo sie ihr Dasein im Verborgenen fristen und immer wieder mal unangemeldet auftauchen und dir das Leben schwer machen.

Ignorieren bringt auch nichts

Sicher kennst du diese Eigenschaften und Überzeugungen ganz gut – es sind solche Sachen wie Angst, Zorn, Hass, Neid, Ärger, Wut, Gier, Arroganz, Verbitterung, Eigendünkel usw. Und obwohl du sie kennst – wir alle kennen sie -, verleugnest du sie und tust so, als gäbe es sie nicht. Das ist leider ein folgenschwerer Trugschluss.

Da versuchst du, etwas Neues im Leben aufzubauen, vielleicht eine neue Beziehung oder einen neuen Job, vielleicht ein ganz neues Leben, und was passiert? Es wird von deinen Dämonen behindert und zerstört!

Freunde dich mit deinen Dämonen an

Was kannst du nun tun? Im tibetischen Buddhismus gibt es eine Technik, die heißt „Die Dämonen füttern.“ Das bedeutet, du freundest dich mit deinen Dämonen an.

Du kämpfst nicht gegen sie und läufst auch nicht vor ihnen davon. Du bist einfach mit deiner ganze Aufmerksamkeit bei ihnen, fütterst sie mit deiner Achtsamkeit.

Das mag jetzt vielleicht deine bisherige Sichtweise vom Umgang mit unangenehmen Dingen auf den Kopf stellen, doch es hat eine tief reinigende Wirkung, mit deiner vollen Aufmerksamkeit ganz und gar präsent mit deinen Dämonen zu sein.

Und dann mach ein Fest daraus

Wenn du mutig genug bist, kannst du sogar noch einen Schritt weiter gehen und deine Dämonen zum Essen einladen. Ja, wirklich: lade sie ein und mach ein Fest daraus!

Diese zutiefst bejahende, akzeptierende Einstellung wird dafür sorgen, dass deine Dämonen die Lust verlieren, dich zu besuchen. Denn was sie am meisten nährt, ist dein Widerstand.

Anders ausgedrückt, führt das vollständige Akzeptieren und Wertschätzen der Einstellungen und Überzeugungen, die du gar nicht liebst, dazu, dass du sie mehr und mehr integrierst.

Bist du bereit, dich auf den Tanz mit deinen Dämonen einzulassen?

Praktische Coaching-Tipps für den Alltag:

    • Schule deinen Willen und lerne, deine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken.
    • Entwickle mehr und mehr die Bereitschaft, auch die weniger angenehmen Dinge zu fühlen.
    • Wenn du das nächste Mal mit deinen Dämonen konfrontiert bist, tue absichtlich nichts – werde innerlich still, spüre deinen Atem und sei ganz präsent mit dem, was gerade da ist.
    • Die folgende Übung (hier in Kurzform) stammt aus dem Shizen Meditations-Training und ist bestens dazu geeignet, dich auf potenziell herausfordernde Begegnungen mit deinen Dämonen vorzubereiten:

– Die buddhistische Tradition Tibets kennt eine hilfreiche Möglichkeit, mit unangenehmen Situationen umzugehen. Dort heißt es: Schule dich in den drei Schwierigkeiten

Und die drei Schwierigkeiten sind:
1. Seine Neurose als Neurose anerkennen;
2. Etwas anderes tun;
3. Sich weiterhin darin üben (aufhören, die Neurose zu pflegen).

Womit hier natürlich Neurose nicht im üblichen, einen pathologischen Zustand beschreibenden Sinn gemeint ist, sondern eher unser alltäglicher, emotionaler Sumpf, unsere starren, behindernden und einschränkenden Verhaltensmuster, mit denen wir uns und anderen das Leben schwer machen.

Wenn Du also merkst, dass gerade Deine bevorzugten Muster zum Vorschein kommen – und das kann alles sein, das Dich von Deiner Ausrichtung abbringt -, dann erkenne dies als erstes. Dann stoppe damit und halte inne. Tu irgendetwas anderes, das Deine Routine unterbricht. Mache einen Spaziergang, tanze eine Runde, spiele mit deinen Kindern oder was immer dir gerade einfällt. Erkennen. Stoppen. Was anderes tun. Und dann richte Dich wieder neu aus.

Hinweis in eigener Sache:

Das TAO lacht und leuchtet. Es ist Dein Lachen, Dein Leuchten.

Der Shaolin Zen Workshop für Hellwache Präsenz

 

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