In unserem Alltag ist Achtsamkeit keine Selbstverständlichkeit. Für manche Menschen mag allein schon der Begriff befremdlich klingen, erinnert er doch an Meditation oder andere Praktiken, die unserem Kulturkreis eher fremd sind. Dabei gab es in unserem Leben eine Zeit, in der dieser Zustand erhöhter Wachheit und Präsenz völlig normal war. Betrachen Sie kleine Kinder beim Spielen, und Sie wissen, was ich meine. Und dann haben wir es irgendwann verlernt. In unserer Gesellschaft ist man meist viel zu sehr mit Vergangenheit und Zukunft beschäftigt als mit der Gegenwart.

Am Ende ihres Lebens erinnern sich die meisten Menschen am besten an Augenblicke. Geschäfte, Arbeit, Termine, Rechnungen, Rang und Besitz zählen am Ende des Lebens wenig bis nichts im Vergleich zu besonderen Augenblicken mit geliebten Menschen. Was im Leben wirklich zählt, sind Augenblicke – und wenn man achtsam hinschaut, wird man bemerken,dass jeder Augenblick völlig einzigartig ist. Die Augenblicke seines Lebens so zu leben, als seien sie einzigartig, kann schon genug Motivation für Achtsamkeit sein. Daneben bietet Achtsamkeit abern noch mehr Vorteile, nämlich:

• Reduzierung von Stress

• Leistungsfähigkeit

• Verbesserte Beziehungen

• Lebensfreude

• Frieden

Was hat es mit Achtsamkeit auf sich?

Weshalb ist Achtsamkeit das Herz von Zenpower?

Und welche Folgen hat es, wenn wir der Achtsamkeit zuwenig Aufmerksamkeit schenken?

Schauen wir mal, was uns diese kleine Zen-Geschichte enthüllt:

Eines Tages fragte ein Mann den Zen-Meister Ikkyu: „Meister, wollt Ihr mir bitte einige Grundregeln der höchsten Weisheit aufschreiben?“ Ikkyu griff sofort zu Pinsel und Papier und schrieb: „Aufmerksamkeit“. „Ist das alles?“, fragte der Mann. „Wollt Ihr nicht noch etwas hinzufügen?“ Ikkyu schrieb daraufhin: „Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit.“ „Nun“, meinte der Mann ziemlich gereizt, „ich sehe wirklich nicht viel Tiefes oder Geistreiches in dem, was Du gerade hinzugefügt hast.“ Da nahm Ikkyu den Pinsel und schrieb: „Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeit.“ Verärgert wollte der Mann nun wissen: „Was bedeutet dieses Wort ‚Aufmerksamkeit‘ überhaupt?“ Und Ikkyu antwortete sanft: „Aufmerksamkeit bedeutet Aufmerksamkeit.“

Achtsamkeit bedeutet, dass Sie mit Ihrer ganzen Aufmerksamkeit völlig bei dem sind, was Sie gerade tun. Was immer Sie gerade tun, können Sie mit völliger Präsenz tun. Beim Gehen können Sie jeden einzelnen Schritt bewusst spüren, wenn Sie sitzen, dann spüren Sie, wie Sie sitzen, am Computer können Sie spüren, wie Sie die Tasten mit jedem Ihrer Finger anschlagen – alle großen und kleinen Alltagshandlungen lassen sich achtsam ausführen, was zu Entspannung und Gelassenheit führt und Ihr Gefühl von Lebendigkeit stärkt. Achtsames, konzentriertes Handeln führt zu einem effektivem Umgang Ihrer Kräfte und Energien und läßt Sie den Arbeitsalltag weniger erschöpft erleben.

Ein großer Gelehrter fragte einst einen Zen-Meister, wie er Achtsamkeit im Leben übe. „Ganz einfach“, antwortete dieser, „wenn ich esse, dann esse ich, wenn ich arbeite, dann arbeite ich, und wenn ich schlafe, dann schlafe ich“. „Aber das machen doch alle“, entgegnete der Gelehrte ihm, „was soll daran denn so besonderes sein?“ „Das stimmt nicht,“ hielt der Meister ihm entgegen, „die meisten Menschen sind beim Essen mit ihren Gedanken ganz woanders, bei der Arbeit denken sie an den Feierabend, und in der Nacht finden sie keine Ruhe, weil sie an den nächsten Arbeitstag denken müssen.“

Zenpower möchte Sie dabei unterstützen, sich dessen zu erinnern, was Sie bereits wissen, und Ihren Geist für die Schönheit und die Freude wiederzuerwecken, die in jedem Augenblick existieren. Mit Zenpower lernen Sie, wie Sie diesen natürlichen, bei kleinen Kindern völlig selbstverständlichen Zustand der Entdeckerfreude wieder erlangen.

Nach vielen Jahren und 1135 Tipps & Texten ist es Zeit für Neues.

Zenpower geht neue Wege – die Webseite und das Angebot werden komplett überarbeitet und stehen in Kürze wieder zur Verfügung.

Bis dahin lade ich Sie ein, sich Anregungen und Inspiration hier zu holen:

Momentan, im Übergang vom Spätsommer zum Frühherbst, ist eine Zeit, in der die Natur sich von ihrer leuchtenden und farbenfrohen Seite zeigt – Grund genug, möglichst viel Zeit dort zu verbringen.

Um Ihre Spaziergänge u./o. Wanderungen ein wenig abwechslungsreicher zu gestalten und vielleicht auch die eine oder andere neue Erkenntnis zu gewinnen, möchte ich Ihnen ein paar sehr einfache Wahrnehmungsübungen vorstellen:1) Zum Einstieg und Ankommen eine kleine Übung, um den Alltagsstress abzuschütteln:

Stehen Sie aufrecht mit leicht gespreizten Beinen. Den ganzen Körper, insbesondere Arme und Beine, schütteln und sich so von allen Belastungen, negativen Gedanken, Ärger und Sorgen befreien. Mit kräftiger, hörbarer Ausatmung unterstützen.

2) Auch die zweite Übung dient zum Ankommen:

Stellen Sie sich hin und spüren Ihre Füße am Boden. Atmen Sie gleichmäßig ein und aus. Und dann schauen Sie sich um. Betrachten Sie alles mit einem weichen offenen Blick, lassen dabei Ihre Gedanken zur Ruhe kommen und genießen die Stille in sich, die sich zunehmend einstellt. Betrachten Sie alles ganz unvoreingenommen, lassen Ihren Blick sich an nichts heften und sich von nichts abwenden. Einfach nur stehen und schauen und ganz da SEIN.

3) Die folgende Übung ist ebenfalls ganz einfach und bringt erstaunliche Dinge zum Vorschein: Gehen Sie spazieren, richten Ihre Aufmerksamkeit auf etwas, das Ihr Interesse weckt und beschreiben es.

4) Wenn Sie nun Lust haben, dann nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und betrachten etwas – sehen Sie es so, wie es ist. Nicht mehr, und auch nicht weniger. Das ist es schon.

Stellen Sie sich vor, wie Sie die Dinge ganz sanft mit Ihren Augen streicheln; ganz sanft, ohne darauf zu starren, ohne etwas festhalten zu wollen.

Üben Sie dies zunächst mit unbelebten Dingen, mit Steinen, Autos, etc. Wenn ein Impuls auftaucht, der Sache einen Namen geben zu wollen, beachten Sie dies und gehen ihm nicht weiter nach. Lassen Sie ihn einfach weiterziehen. Üben Sie das dann auch mit Pflanzen, und später auch mit Menschen und Tieren.

Machen Sie es, so oft Sie wollen, zu jeder Zeit und an jedem Ort. Fangen Sie an, sich wirklich lebendig zu fühlen – einfach dadurch, dass Sie die Dinge so sehen, wie Sie sind.

5) Gehen Sie ein bißchen spazieren und lassen Ihren Blick ganz weich und offen werden. Behalten Sie diesen offenen Blick bei und gehen Sie damit spazieren. Lassen Sie die ganze Welt in sich hineinströmen und genießen Sie :-)

6) Gehen Sie spazieren, nehmen die unterschiedlichen Formen wahr und zählen diese, bis Sie innerlich mehr und mehr zur Ruhe kommen und Ihnen Ihre Umgebung klarer/heller/leuchtender erscheint.

7) Und abschließend noch eine kleine Wahrnehmungsübung, die das Raumgefühl stärkt und der Enge Platz macht:

Beim Einatmen betrachten Sie etwas weit Entferntes. Beim Ausatmen betrachten Sie etwas in der Nähe.

Wiederholen Sie dies mindestens zehnmal.

Diese Übungen eignen sich besonders gut dazu, in der freien Natur ausgeführt zu werden, weil Sie im Freien mit einem intensiveren Energiefeld in Kontakt kommen und dies das Lebensgefühl ungemein stärkt. Sie können die Übungen aber auch an jedem Ort ausführen, nützlich ist es z. B. auch und gerade am Arbeitsplatz, um frische Kräfte zu tanken.